Was sind Sketchnotes?

Das (Sketchnotes) Spiel

 

Mit meinen Freunden spielte ich früher ab und zu ein Spiel, dass wie folgt funktioniert:

 

1) Jeder Teilnehmer bekommt einen Schreibblock, drei kleine Zettel und einen Stift.

2) Jeder denkt sich drei Wörter aus und schreibt diese auf die kleinen Zettel.

3) Die Zettel werden zusammen geknüllt, in eine Schale gelegt und gemischt.

4) Pro Runde wird ein Zettel gezogen. Das Wort auf dem Zettel wird laut vorgelesen.

5) Jeder MALT das genannte WORT in seinen Block und hat dafür 3 Minuten Zeit. Es ist nicht erlaubt, bei den Mitspielern abzuschauen. Jeder malt das, was ihm zu dem jeweiligen Wort einfällt.

6) Am Ende wird verglichen.

 

Wir amüsierten uns sehr, als wir die Bilder am Ende des Spiels miteinander verglichen. Es war erstaunlich, dass jeder von uns zwar an das gleiche Wort dachte, aber ein unterschiedliches Bild dazu im Kopf hatte. Richtig lustig wurde es, wenn die Wörter dann auch nicht wirklich greufbar waren, sondern mehr eine symbolische Bedeutung hatten, wie zum Beispiel das Wort "Romantik". Da malte die eine ein küssendes Pärchen, der andere einen Sonnenuntergang und ich einen Strauß Rosen. Trotz der unterschiedlichen Interpretationen wussten wir ja alle, was gemeint war.

 

Sketchnote Sketchnotes Erklärung Definition Romantik

So könnte ich nun eigentlich behaupten, dass ich schon sehr früh mit dem Sketchnoting in Berührung gekommen bin, ohne es aber bewusst wahrgenommen zu haben...naja fast... Unter Sketchnotes versteht man ein bisschen mehr als nur das Übertragen von Wort in Bild.

Damals...

 

Ich kann mich noch sehr gut an den Berg voller Notizen während meines Studiums erinnern. Besonders am Anfang fiel es mir schwer bei den Vorlesungen zwischen brauchbaren und weniger brauchbaren Informationen zu unterscheiden. Aus Angst, die wichtigsten Punkte zu überhören, schrieb ich bei jeder Vorlesung fast alles mit. Am Ende des Halbjahres stand ich dann mit einem Haufen von Zetteln, langen Texten und vielen unnötigen Informationen da und wusste nicht so recht wie ich mich nun auf die anstehende Klausur vorbereiten sollte. Jedes Mal musste ich mir dann wieder Notizen zu den Notizen machen, die ich mir schon gemacht hatte, um die Informationen auf das Wesentliche zu reduzieren. Das hieß daher immer doppelte Arbeit oder besser gesagt: Doppelt, gemoppelte Arbeit. Sketchnotes hätten mir damals die Arbeit sicher enorm erleichtert.

 

 

Was sind denn nun Sketchnotes?

 

Unter Sketchnotes versteht man Zusammenhänge von Informationen, die man visuell mit Hilfe von Skizzen (Sketch) und Notizen (Notes) darstellt. Man lernt, Informationen sinnvoll zu selektieren und den Fokus auf das Wesentliche zu richten. Nicht nur als Lernhilfe sind sie ideal geeignet, sondern auch Rezepte, Anleitungen, Projektideen, Urlaubserinnerungen, aber auch komplexe wissenschaftliche Informationen lassen sich in Sketchnotes umwandeln.

 

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Das größte Hindernis für viele, mit visuellen Notizen zu beginnen, ist der Irrglaube, nicht zeichnen zu können. Doch dem sprechen zwei Argumente absolut dagegen:

 

1. Beim Sketchnoting geht es um IDEEN, nicht um Kunst

Der Fokus richtet sich auf die Vermittlung von Informationen. Es geht nicht darum, das Haus von Herrn Krämer, oder den Pudel von Tante Ingrid naturgetreu auf Papier zu bringen.

 

2. JEDER kann malen

Mit der Kombination von einfachen Strichen und Formen ist es möglich, fast alles zu zeichnen. Für das Sketchnoting reicht dieses Know-How allemal.

 

Man muss nur wissen, WIE es geht.

 

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Quelle: Rohde, Maike: das Sketchnote Handbuch. 2014. Hamburg.

 

Natürlich braucht man ein bisschen Übung, aber scheitern kann man dabei nicht! Das oben genannte Spiel ist hilfreich, um das Malen bzw. Zeichnen von Wörtern zu üben. Umso mehr Bilder zur Verfügung stehen, desto leichter und schneller gelingen die Sketchnotes, da man sich weniger um die Zeichnungen Gedanken machen muss als um den Inhalt. Es wäre gut, sich ein kleines Bilderwörterbuch anzulegen, wo die ganzen Zeichnungen aufgelistet, aufgemalt und gesammelt werden. Denn es kommt vor, dass man Gemaltes mit der Zeit wieder vergisst, sodass ein Nachschlagewerk enorm hilfreich sein kann. Auch ich werde mir in diesem Blog ein visuelles Wörterbuch anlegen, auf das ihr jeder Zeit zugreifen könnt. Entweder dient es euch als kleine Inspirationsquelle für euer ganz eigenes Nachschlagewerk, oder wenn es eurem Geschmack entspricht, könnt ihr die Bilder auch 1:1 übernehmen! Unter dem Bereich "Doodle Inspiration" findet ihr weitere Ideen für zB. Trennstriche oder Container (Sprechblasen, Notizzettel etc). Auch in der Kategorie "Handlettering" werdet ihr verschiedene Schriftstile finden können, die ihr einfach nachzeichnen könnt!

 

Wenn ihr noch mehr über das Sketchnoting erfahren wollt, kann ich euch die Einführung von Ralf Appelt empfehlen und natürlich "Das Sketchnote Handbuch" von Maike Rohde (Der Erfinder des Sketchnotes).

 

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